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Schnittzeit – Fatale Irrtümer der Baumexperten (Teil I)

Was ist die beste Schnittzeit? Darüber streiten Vogelschützer, Baumpfleger, Obstbaumschneider und Kleingärtner. Sie reiben sich an Begriffen wie Sommer- und Winterschnitt. Doch ob Fachleute oder Laien, kaum jemand kennt sich wirklich damit aus. Das zumindest meint Johannes Bilharz. Er kritisiert die gängige Lehrmeinung bezüglich „Sommerschnitt“, sieht das Thema Schnittzeit in Lehrbüchern unterrepräsentiert und behauptet, dass durch falschen „Sommerschnitt“ Bäume sogar absterben können. Harter Tobak.

Seit Shigo verharrt die Baumpflege auf den Be-obachtungen und Erkenntnissen der Forschung bezüglich Abschottung und Kompartimentierung sowie auf Kallusbildung bei Wundrändern. Baumpfleger stürzen sich auf das Erkennen von Schadpilzen und auf die Beurteilung der Verkehrsicherheit. Ein bisschen Abwechslung bringen Krankheiten in das Leben der Baumpfleger (z.B. Pseudomonas, Eichenprozessionsspinner, Massaria). Alles wichtige Themen, keine Frage.

Eines der ureigensten Themen der Baumpflege, der Baumschnitt, wird hingegen stark vernachlässigt. Zugegeben nicht nur aus Ignoranz, sondern systembedingt. Reaktionen auf den Schnitt dauern Monate und Jahre, da lassen sich die Zusammenhänge nur noch sehr schlecht überschauen. Zu diesem Thema gehört sehr wesentlich die Frage nach der richtigen Schnittzeit. Die Bedeutung der Schnittzeit wird leider in der Baumpflege-Welt weitgehend ignoriert, nicht erkannt oder auf Floskeln reduziert. Schlimm nur, dass diese Nicht-Beachtung gerade auch in Baumgutachten, wo Maßnahmen ohne konkrete Angaben zur Schnittzeit empfohlen werden, für den Baum gefährlich werden können.

Stiefkind Schnittzeit
Stimmt nicht, werden Sie vielleicht einwenden, die Baumpflege tritt doch seit Jahren für den Sommerschnitt ein. Darin liegt genau das Problem. Es wird lediglich unterschieden zwischen „Winter-„ und „Sommerschnitt“, evtl. wird noch der Begriff „Schnitt während der Vegetation“ nachgeschoben. Gefragt, was die Unterschiede seien, weiß jedoch kaum jemand konkrete Antworten. Nirgendwo wird differenziert oder werden die Begriffe definiert. Weder Wissenschaftler, Buchautoren, noch Gutachter gehen auf das Thema ein, oder nur unspezifisch am Rande. Nicht verwunderlich, wenn ausgebildete und geprüfte Baumpfleger auch nach Lehrgängen, die sie zum Baumpfleger qualifizieren, keine einheitliche klare Vorstellung davon haben, was im Laufe der Vegetation so alles im Baum passiert und noch wichtiger, welche Auswirkungen der Baumschnitt in den einzelnen Vegetationsstadien hat. Für die meisten gilt deshalb: „Hauptsache, es wird während der Vegetation geschnitten“, weil der Baum im Winter nicht abschotten kann.

Gefühlt wissen durchaus viele, dass die Schnittmaßnahme abhängig ist von der Aufgabenstellung, der Baumart, vom Zustand des Baumes und von der Jahreszeit. Aber es herrscht Ratlosigkeit bei der Frage, was denn genau die Unterschiede sind. Was ist denn beispielsweise konkret der Unterschied, wenn ich eine alte 400 Jahre alte Linde stark einkürze oder eine 200 jährige Eiche? Was wäre zu beachten, wenn ich den Schnitt im Frühjahr oder Herbst oder gar im Winter ausführe? Wer kann mir weiterhelfen oder sagen, wo ich das nachlesen kann?

Offizieller Kenntnisstand Schnittzeit
Wenn ich Praktiker befrage oder Fachbücher bzw. Fachberichte studiere, zeigt sich mir folgendes Bild über die derzeitige Lehrmeinung zur Schnittzeit bei Bäumen: Winter ist Winter. Im Winter ruht der Baum, der Pilz nicht. Deshalb sei der Schnitt im Winter schlecht, weil der Baum nicht auf den Schnitt reagiert und abschotten kann, der Pilz mithin ungehemmt im wehrlosen Baum Unheil anrichtet, weil er auch bei niedrigeren Temperaturen aktiv ist. Manchmal hört oder liest man immerhin, Kallusbildung sei am besten, wenn im Frühjahr nach dem Laubaustrieb geschnitten werde.

Nirgendwo höre oder lese ich, dass Schnittmaßnahmen in Beziehung gesetzt werden zu den sich im Jahresverlauf ändernden, physiologischen Vorgängen in Bäumen. Kaum jemand wagt vorherzusagen, wie der Baum auf die Maßnahmen reagiert. Es ist zwar zu hören und zu lesen, dass der Baum möglicherweise erst mal geschwächt wird oder stark austreiben wird (Stichwort Wasserschosse), aber überall da, wo ich das gelesen oder gehört habe, war nie die Rede von einer vorgegebenen Schnittzeit. Die Schnittzeit ist jedoch von zentraler Bedeutung, wenn ich die Reaktion des Baumes auf Schnittmaßnahmen voraussagen möchte.

Warum ist die Beachtung der Schnittzeit so wichtig?
Die Reaktion von Bäumen auf Schnittmaßnahmen beschränkt sich nicht nur auf die bessere oder schlechtere Abschottung. Der Baumschnitt greift direkt in die Baumphysiologie ein. Die physiologischen Vorgänge sind jahreszeitlich sehr unterschiedlich. Deshalb dürfte es eigentlich nicht verwundern, dass „Schnitt in der Vegetation“, oder der undefinierte „Sommerschnitt“ nicht als Vorgabe für Schnittmaßnahmen ausreicht. Ein und derselbe Schnitt wirkt sich deshalb zwangsläufig unterschiedlich auf den Wuchsverlauf und die Baumreaktion aus, je nachdem wann geschnitten wird.

Reservestoff-Versorgung von Bäumen
Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Reservestoffe. Der Reservestoffzyklus muss in Schnittzeit-Überlegungen unbedingt mit einbezogen werden. Die Thematik „Reservestoffe“ wurde durchaus schon in früheren Jahren von der Wissenschaft untersucht. Auch in der Praxis kennt zumindest der Erwerbsobstbauer den Einfluss der Reservestoffe bei Schnittmaßnahmen in unterschiedlichen Jahreszeiten. Am deutlichsten zeigt sich das an der Austriebstärke von Neutrieben. Die Baumpflege hat diese Erkenntnisse bisher noch nicht im Blick. Vereinzelt wird es in der Literatur erwähnt, dann aber nur beiläufig und ohne konkreten Zusammenhang.

Was ist eine günstige Schnittzeit?
Es gibt sicherlich technische Gründe, eine bestimmte Schnittzeit gut oder schlecht zu finden:

– der Bauer hat vielleicht im Winter mehr Zeit, um Obstbäume zu schneiden (oft zitiert)
– der Baumpfleger erkennt im Sommer das Totholz besser (O-Ton aus einem Fachbericht)
– es ist für den Baumpfleger gesünder und angeneh-mer, Platanen im Winter zu schneiden (sehe ich ein)
– der Naturschutz möchte bekanntermaßen im Frühjahr die brütenden Vögel schützen (alles eine Frage der Priorität)

Diese oft zitierten Gründe sind sekundäre, aber nicht baumspezifische Gründe für die Wahl der optimalen Schnittzeit. Darüber spreche ich hier nicht. Mir geht es um die Reaktion im Baum bzw. was ein Schnitt zu einem bestimmten Zeitpunkt für den Baum bedeutet und welche Reaktionen im Baum aufgrund des Schnittes in der speziellen Jahreszeit ablaufen oder zu erwarten sind. Darüber gibt die Baumpflegeliteratur leider keine Auskünfte.

Aus den Erkenntnissen meiner 35-jährigen Praxis postuliere ich folgende These:
Bäume können in vielen Fällen das ganze Jahr geschnitten werden, wenn der Baumpfleger die physiologischen Zusammenhänge bei Bäumen kennt und den Schnitt entsprechend an die Zielsetzung anpassen kann.

Schnittmaßnahme und -zeit stehen in direktem Zusammenhang und können nicht isoliert betrachtet werden. Bei bekanntem Ziel legt man entweder 1.) die Schnittzeit fest und leitet daraus die Maßnahme ab, oder 2.) man legt die Schnittmaßnahme fest und bestimmt den bestmöglichen Zeitpunkt dafür. Letzteres wäre sicherlich am optimalsten für den Baum. Es wäre aber praxisfremd zu glauben, man könne im gewerblichen Alltag für jeden Baum und Strauch die jeweilig günstigste Schnittzeit auswählen. Im öffentlichen Grünbereich kann ich mir das noch vorstellen, zumindest bei einheitlichem Baumbestand. Aber bei Privatgrundstücken kommt der Baumpfleger oder Gärtner einmal zum Kunden und erledigt dabei alle anstehenden Aufgaben ohne Rücksicht auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Sträucher und Bäume. Der Sommerflieder wird deshalb zum gleichen Zeitpunkt geschnitten wie die Forsythie. Beides Mal ist das Ziel möglicherweise gleich (z.B.  Blütenpracht), aber die optimale Schnittzeit dafür ist unterschiedlich.

Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, Ziele durch Anpassung der Schnittmaßnahme (Art und Umfang) an die aktuelle physiologisch vorherrschende Situation im Baum zu erreichen. Dazu muss man aber wissen, was zum jeweiligen Zeitpunkt im Baum vor sich geht. Dieses Wissen ist in der Wissenschaft durchaus vorhanden, wird aber von der Baumpflegefachwelt kaum beachtet und dessen Bedeutung nicht erkannt.

Was läuft im Baum im Jahresverlauf ab?
Es mag erst mal langweilig klingen, was ich jetzt aufzähle, aber weil es entscheidend ist für den Schnitt, halte ich es für wichtig um die Bedeutung für Reaktionen auf den Schnitt zu verstehen. Der Baum hat eine Wachstumsphase im Frühjahr. Viele „Verbraucher“ ringen um die in Blättern gebildeten Assimilate. Assimilate werden gebraucht für Fruchtbildung und -wachstum, Längen- und Dickenwachstum, Neutriebbildung, Abwehrreaktionen, Abschottung usw. Die Hierarchie der Verteilung dieser knappen Ressourcen ändert sich im Jahresverlauf, aber auch von Jahr zu Jahr (z.B. Jahr mit vielen Früchten im Vergleich zu einem Jahr ohne).

Irgendwann im Sommer beginnen Bäume unserer Breiten umzuschalten. Von Art zu Art und innerhalb der Baumarten kann das natürlich stark variieren. Im Frühjahr geht es um Blatt-, Trieblängen-, Dickenwachstum, Fruchtbildung uvm. Neutriebbildung wird Mitte der Vegetation beendet, neugebildete Zellen (Dickenwachstum) zeigen zum Ende der Vegetation einen anderen Zellaufbau als im Frühjahr. Ganz wichtig für den Schnitt: im letzten Vegetations-Drittel (vage Schätzung von mir)  werden vermehrt Reservestoffe gebildet und eingelagert in Vorbereitung auf den Winter. Nährstoffe werden aus Blättern abgezogen. Interessant ist, wo Reservestoffe im Baum eingelagert werden. Das ist hauptsächlich in der Wurzel, im Stamm und in den dicken Ästen. Eine gute Versorgung mit Reservestoffen ist wichtig, um die Atmung im Winter aufrecht zu erhalten, aber auch für die Frosthärte und natürlich ganz wichtig für den Austrieb im Frühjahr, da ohne Blätter die Produktionsstätten für Assimilate fehlen. Sobald die Blätter da sind, sind die Reservestoffe weitgehend verbraucht. Sie werden nach und nach zum Jahresende hin zunehmend wieder aufgefüllt.

Schon hier wird deutlich, dass der Begriff „während der Vegetation“ unzureichend die physiologische Situation im Baum berücksichtigt.  Es kann deshalb nicht pauschal heißen: Bäume sollten während der Vegetation geschnitten werden oder noch schlimmer, Sommerschnitt sei das Beste für den Baum. So einfach ist es leider nicht. Ohne Differenzierung geht es nicht. Einstein soll einmal gesagt haben: „Man sollte alles so einfach wie möglich sehen – aber auch nicht einfacher.“

Die Botanik misst die Vegetationsstadien nicht anhand des Kalenderdatums, sondern hat dafür den Begriff „Phänologie“ eingeführt. Phänologie ist die Lehre vom Einfluss der Witterung und des Klimas auf die jahreszeitliche Entwicklung der Pflanzen. Das könnte doch ein Ansatz für die Zukunft sein. Wir sollten auch in der Baumpflege phänologische Zeiträume benennen, die die jeweils vorherrschende physiologische Situation im Baum widerspiegeln.

Weg mit dem Sommerschnitt
Verbannt bitte das Wort „Sommerschnitt“ aus dem Sprachgebrauch in der Baumpflege, zumindest so lange, bis genaue Bezeichnungen für die verschiedenen physiologisch unterscheidbaren Zeiträume definiert sind. Und hört auf, den „Sommerschnitt“ oder „Schnitt während der Vegetation“ als Pauschalzeit für Schnittmaßnahmen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Auswirkungen von Maßnahmen im Jahresverlauf
Es ist ein gravierender Unterschied, ob im Frühjahr geschnitten wird, wo als Reaktion auf den Schnitt Äste neu austreiben können oder Längenwachstum provoziert wird, oder im Sommer, wo kein Triebwachstum mehr möglich ist. Aber auch im Frühjahr kann Schnitt unterschiedliche Auswirkungen haben.  Folgt nach starken Schnitteingriffen im späten Frühjahr eine warme regenreiche Periode kann das ungünstigen Spätaustrieb zur Folge haben (Neutriebe reifen bis zum Winter nicht mehr aus und erfrieren). Die Witterung spielt also auch eine nicht unwichtige Rolle bei der Vorhersage der Reaktion auf den Schnitt.

Leichtes Auslichten im Sommer (Juli, August), kann durchaus dazu führen, dass Äste besser ausreifen. Das verbleibende Blattwerk kann die fehlende Blattmasse in der Energieleistung oft komplett kompensieren. Die verbleibenden Knospen entwickeln sich besser. Eine Schwächung durch verminderte Reservestoffeinlagerung ist nicht zu erwarten.

Anders die Situation bei starkem Schnitt während der Hauptphase der Reservestoffeinlagerung. In dieser Phase geschnitten kann es passieren, dass geschwächte Bäume (z.B. alte Naturdenkmale) nicht ausreichend geschützt in den Winter gehen, d.h. nicht optimal mit Reservestoffen versorgt sind. Der Austrieb im Frühjahr bleibt schwach, die Blattmasse gering, die Bildung neuer Assimilate ist suboptimal, die Abwehrkraft des sowieso schon schwachen Baumes sinkt noch weiter. Das kann für den Baum das Todesurteil sein. Deshalb Achtung vor dem Sommerschnitt! Nicht nur alte abgängige Bäume, sondern auch Bäume, die von Haus aus nicht so winterhart sind (z.B. Nussbaum, Pfirsich), verzeihen eine Schwächung durch „Sommerschnitt“ oft nicht.

Was im einen Fall ein Vorteil ist, kann im anderen ein Nachteil sein. Wer z.B. auf Wachholderheiden den störenden Hartriegel entfernen möchte, der darf nicht im Winter schneiden, wie dies fatalerweise oft aus Gründen des Naturschutzes gemacht wurde (und wird?). Denn ein Großteil der Reservestoffe wird in den Wurzeln eingelagert. Wird der Hartriegel über dem Boden abgeschnitten, erhalten die Wurzeln nicht nur einen Reiz und bilden aus dem flächigen Wurzelsystem viele Sprösslinge, sondern die Wurzeln sind vollgepackt mit Reservestoffe, die die Sprösslinge im Frühjahr kräftig aus dem Boden sprießen lassen. Nach wenigen Jahren ist die ganze Heide zugewachsen. Genau das Gegenteil von dem, was der Naturschutz mit der Maßnahme erreichen wollte, nämlich Offenhaltung der Heide.

Was lernt man daraus?
Nicht nur der Hartriegel braucht Reservestoffe, sondern auch andere Baumgewächse. Und wenn der Hartriegel im Winter abgeschnitten wird und er sich danach besser ausbreitet und wächst, kann man sich leicht vorstellen, dass Schnitt im Winter je nach Ziel auch etwas Positives bewirken kann. Durch Schnitt im Winter kann der Baum z.B. im Trieb gefördert werden (mehr Triebe, mehr Blätter, mehr Dickenwachstum, mehr Stabilität…..).

Doch Achtung: Winter ist nicht gleich Winter. Zu Beginn der Vegetationsruhe, sitzen die Reservestoffe tief im Baum (Wurzel, Stamm, dicke Äste). Je näher die Zeit des Blattaustriebes naht, werden die Reservestoffe mobilisiert und in die Feinäste zu den Knospen transportiert. Wer es aus der Praxis nicht schon kennt, kann sich leicht ausrechnen, dass bei Schnitt zu Winterbeginn zum Zeitpunkt des Austriebes mehr Reservestoffe zur Verfügung stehen als bei Schnitt nach der Mobilisierung der Reservestoffe im Spätwinter. Klar ist unbestritten, dass die Abschottung zu Winterbeginn schlechter möglich ist für den Baum als im Spätwinter. Es muss also im Einzelfall immer abgewogen werden, ob Kompartimentierung wichtiger ist oder die Schonung der Reservestoffe. Das kann nicht pauschal beantwortet werden. Diese Option sollten Baumexperten und Baumpfleger allerdings kennen.

Gefahren Sommerschnitt
Im Sommer (August/September) geschnitten kann ein alter kränkelnder Baum (z.B. altes Naturdenkmal) so stark geschwächt werden, dass der Baum den Winter nicht oder nur sehr schwach überlebt. Grund: dem Baum werden beim Sommerschnitt sehr viele Blätter entnommen, so dass die Produktion und Einlagerung von Reservestoffe stark behindert ist oder verhindert wird. Für einen kranken alten Baum kann dies das Todesurteil sein.

Es ist tragisch, wenn Baumpfleger versuchen, durch Schnittmaßnahmen im „Sommer“ alten wertvollen Baumbestand zu retten, der Baum aber genau aufgrund dieser falschen Schnittzeit eingeht. Wer kommt schon auf den Gedanken, dass es die absolut falsche Schnittzeit war und der vermeintliche Retter und Fachmann den Untergang unwissentlich herbeigeführt hat.

Wenn ich Berichte in Fachzeitschriften richtig deute, passiert das häufiger als man denkt. Doch leider wird das Absterben nicht der falschen Schnittzeit zugeordnet, sondern darauf, dass der Baum eben schwach sei und die Maßnahme zu spät gekommen sei. Hat sich schon mal jemand gefragt, warum Bäume 200 Jahre werden und jahrzehntelang mit Schwachstellen leben und immer dann, wenn Baumpfleger zu Hilfe eilen und rettende Baumschnittmaßnahmen durchführen der Baum in kurzer Zeit abstirbt oder nach wenigen Jahren zur Fällung freigegeben werden muss? Stirbt der Baum, heißt es dann: „trotz“ der Maßnahme ist der Baum abgestorben, er war schon zu schwach oder die Maßnahme kam zu spät. Ich vermute aber, es könnte häufig gerade „wegen“ der Maßnahme passiert sein, weil sie zur falschen Zeit durchgeführt wurde. Baumpfleger als unfreiwillige Sterbehelfer.

Sommerschnitt bremst Austrieb im Frühjahr
Wenn ich in Kursen davon rede, dass Sommerschnitt den Austrieb im Frühjahr bremst, folgern viele sofort, dass man starken Austrieb nach dem Schnitt bei stark treibenden Bäumen mindern könnte mit Sommerschnitt. Wer die Reservestoffeinlagerung mindert, mindert das Austriebspotential im Frühjahr. Das ist richtig. Es muss aber trotzdem davor gewarnt werden, durch Sommerschnitt starkwüchsige Bäume im Wuchs zu bremsen. Denn es wird nicht nur das Austriebspotential im Frühjahr gemindert, sondern Bäume werden bei starkem Schnitt im Spätsommer immer auch geschwächt. Junge Bäume mögen das im Laufe der Zeit wieder kompensieren, aber eine Schädigung ist es allemal. Ich rate davon ab, denn es gibt andere unschädlichere Möglichkeiten durch spezielle Schnittmaßnahmen den Wuchs zu bremsen.  Ich habe Gesetzmäßigkeiten entdeckt, die es ermöglichen, durch speziellen Schnitt den Trieb so zu steuern, dass der Baum sich gesund entwickelt und kräftigt, jedoch in der Höhe langsam entwickelt. Diese Gesetzmäßigkeiten werde ich zu späterer Zeit zu Papier bringen und veröffentlichen.

Mein Appell
Eigentlich ist schon sehr viel Wissen bekannt. Es muss lediglich für die Baumpflege hervorgeholt und in die Baumpflege eingebunden werden. Deshalb appelliere ich an Professoren und Diplomanden oder Master-Studenten, sichtet die Literatur und tragt das schon vorhandene Wissen über die Baumphysiologie in den einzelnen Vegetationsstadien zusammen! Es wird Zeit, dass wir mehr über Auswirkungen von Schnittmaßnahmen zu bestimmten Vegetationszeiten auf die Baumphysiologie und die Reaktion des Baumes auf den Schnitt erfahren. Das Thema Schnittzeit darf nicht länger stiefmütterlich behandelt oder ignoriert werden. Schnittmaßnahmen müssen immer in Zusammenhang mit der Zielsetzung und der Schnittzeit betrachtet werden!

Mein Anspruch an einen Baumexperten:
Der Baumpfleger oder Baumexperte soll  bei bekannter Zielsetzung die optimale Schnittzeit für den betreffenden Baum kennen und auch die physiologischen Gründe dafür. Sollte der Zeitraum nicht frei wählbar sein, muss er in der Lage sein, den Schnitt so anzupassen, dass unter den gegebenen physiologischen Bedingungen zur jeweiligen Schnittzeit und unter Berücksichtigung des Zustands und der Art des Baumes das vorgegebene Ziel der Schnittmaßnahme möglichst optimal und vorhersagbar herbeigeführt werden kann. Baumpfleger sollten Fachkenntnisse haben, d.h. sie sollten nicht nur Rezepte kennen, sondern auch die Hintergründe, und sie sollten vorhersagen können, welchen Einfluss ihr Tun auf die weitere Entwicklung und die Reaktionen des Baumes hat.

Ausblick
Die Schnittzeit ist nicht das einzige vernachlässigte Thema mit Auswirkungen auf die Reaktionen des Baumes auf den Schnitt. Nur wenige „Schnittgesetze“ sind bekannt und werden in der Literatur genannt. In meiner langjährigen intensiven Arbeit (Baumschnitt) konnte ich zahlreiche, in Büchern noch nicht veröffentlichte Einflussfaktoren herausfiltern. Sie ermöglichen z.B., Wasserschosse auch bei starken Schnitteingriffen zu verhindern. Diese Erkenntnisse habe ich in den letzten Jahren in meinen Obstschnittkursen weitergegeben. Ich hoffe, es ist mir zeitlich irgendwann möglich, diese Erkenntnisse, Theorien und Hypothesen aus der Praxis heraus entwickelt, aufzubereiten und durch Veröffentlichung einem breiteren Fachkreis zur Diskussion stellen zu können.

Der Autor: Johannes Bilharz (E-Mail)
startete 1977 damit, Obstbäume zu schneiden, was er viele Jahre hauptgewerblich praktizierte. Über die Arbeit in Gärten von Privatkunden wurde schnell auch Strauch- und Baumschnitt zum Thema. Baumschnitt ist seither seine Leidenschaft. Dabei beschäftigte ihn immer die Frage, was die Bäume „im Innersten zusammenhält“ und auch die Frage, wie man über Schnitt Baumwuchs lenken oder Reaktionen des Baumes beeinflussen kann. Die Gunst, gleiche Bäume über viele Jahre schneiden zu können (die längste Versuchsreihe dauert schon 32 Jahre) nutzt er für seine praktischen Studien.

 

Ergänzende Artikel des Autors
Im Kletterblatt:
Schnittzeit – Fatale Irrtümer der Baumexperten (Teil II) (Kletterblatt 2013)

Auf dem Baumpflegeportal:
Beispiele für den Einfluss der Schnittzeit bei der Baumpflege
Kritische Betrachtungen einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Schnittzeit
Schnittzeitempfehlungen in der ZTV – Änderungsvorschläge
Was passiert im Baum im Jahresverlauf?
Schnittzeit von Bäumen – Eine Diskussion
Warum schneidet man Obstbäume im Winter?

 
Online blättern im Kletterblatt 2012: "Schnittzeit Teil I" Nach oben
 

1 Kommentar

  1. Heuer Lars sagt:

    vielen Dank , der Beitrag räumt auf mit gesetzestreuen Irrsinnsstrategien und sollte Gewicht finden bei internationalen Richtlinien von Naturschutz und Baumbedürfnissen . Schnittzyklen nicht nur „termingemäss “ zu sehen mit Datumsbegrenzung gleich einem Arzttermin , verdingt sich im Nihilismus . werde umgehend die Beobachtungen beherzigen, regionale Einflüsse vor allem Höhenlagen , sowie vegetatives Umfeld sollte ebenso als Faktoren berücksichtigt werden, man spürt man weiss eigtl garnichts gegenüber Millionen Jahre evolution.

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