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Seilunterstützte Baumpflege – ja und?

… in Saudi Arabien! Wer Saudi-Arabien hört, denkt nicht sogleich an Baumpflege. Deshalb war Tom Eckert auch etwas verwundert, als Florian Cantner ihn fragte, ob er mit ihm in Saudi-Arabien Bäume pflegen wolle. Ein Bericht von Tom Eckert.

Saudi-Arabien hat die größte Sandwüste der Welt und die weltweit größten Erdölreserven. Aufgrund seiner Bodenschätze ist es ein unermesslich reiches Land. Im Sommer sind Maximalwerte bis 550° C möglich, im Winter ca. 250° C. Also eigentlich nicht schlecht zum Überwintern. Aber Saudi-Arabien, „das Mutterland des Islam“, ist auch ein Land, das von einer absoluten Monarchie regiert wird und in dem das ganze Leben nach den streng-konservativen islamischen Regeln des Wahhabismus geregelt ist. Fünfmal am Tag ist Gebetszeit, in der für 40 Minuten das öffentliche Leben stillsteht. Es ist ein Land, wo nach wie vor Hinrichtungen mit dem Schwert in aller Öffentlichkeit praktiziert werden. Ein Land, wo jede Art von Vergnügen nach unseren Vorstellungen – wie Musik, Theater, Partys, Kino, Alkohol oder Bars – verboten ist. Ein Land, in dem Frauen verschleiert leben müssen und nicht Auto fahren dürfen. Das komplette, öffentliche Leben wird – wie z. B. in Restaurants – in zwei räumlich getrennte Bereiche geteilt: Single-Männer und Family Sections.

Florian Cantner, mein Baumpflege- und Ausbilderkollege, und ich erwarteten ungewohnte Dinge. Aber wie es letztendlich kommen sollte, übertraf alle unsere Vorahnungen.

Zunächst einmal mussten viele Dinge vorab geklärt werden. Die ArRiad Development Authority (ADA) in der Hauptstadt Riad ist zuständig für viele öffentliche Parks, Straßen, für das Verkehrswesen und unter anderem auch für das 400 Hektar große Diplomatic Quarter. Dort, in den künstlich angelegten Parks und Grünanlagen rund um die Botschaften aller Welt, sollte unser Haupteinsatzgebiet sein. Geplant war Oktober-November 2013 und Januar-Februar 2014. Viele E-Mails gingen hin und her, doch immer wieder fehlten für den Visumantrag wichtige Dokumente. Als endlich mein Reisepass mit Visum per Express aus Berlin zugestellt wurde, gab es erst einmal einen Schreck. Im Visum war fett zu lesen „Not permitted to work“ und „gültig für 30 Tage“. Wie sollten wir mit solchen Visa vier Monate in Saudi-Arabien arbeiten? Am Telefon erklärte man uns, so sei das normal. Ah?? – Okay!?!

Es stellte sich heraus, dass man in der Tat nur 30 Tage im Land bleiben durfte. Also, musste man alle 30 Tage schnell mal 1.000 Kilometer hin und zurück durch die Wüste in das Nachbarland Bahrain fahren. An der Grenze ein U-Turn und wieder zurück. Naja, die Spritkosten waren das geringste Problem bei circa acht Eurocent pro Liter – und der Weg auch ganz einfach: am Hotel links auf den Highway, und nach sechs Stunden war man in Bahrain. Die fehlende Arbeitserlaubnis war auch kein Problem, weil wir durch unseren Auftrag-geber, die ADA, direkt für die Regierung arbeiteten.

Mit unserer Ausrüstung waren wir in Riad angekommen. Bislang bestand das Team vor Ort in Riad aus Landschaftsarchitekten, Landschaftsgärtnern und Technikern, die im Büro saßen oder als Supervisor Arbeitergruppen, meist aus Bangladesh, Indien und den Philippinen, beaufsichtigten Büro saßen oder als Supervisor Arbeitergruppen, meist aus Bangladesh, Indien und den Philippinen, beaufsichtigten ein Team von Baumkletterern in das Land eingeflogen, nachdem ein Kollege von uns, Sebastian Graetz, dort das erste Mal Anfang 2013 Baumklettern zur Sprache gebracht und gezeigt hatte, was mit Seilklettertechnik möglich ist. Wir sollten als kleines Team zusammen mit zwei Bodenmännern die bisherige Baumpflege unterstützen – diese wurde vorher nur mit Stangensägen und Leitern ausgeführt.Der Baumbestand setzt sich zusammen aus vielen Akazien-Sorten mit ziemlich fiesen Dornen, die manch einen Aufstieg wie durch eine Rolle Stacheldraht erscheinen ließen. Dazu kommen Albizzien, Eukalyptus, Ficus und Flametrees. Die Hauptaufgaben waren Kronenpflege und Lichtraumprofilschnitt, garniert von kleineren Fällungen oder einer Einkürzung.

Unser Hotel lag in der Sechs-Millionen-Stadt Riad. Täglich musste man sich durch den chaotischen Verkehr bis zu den Einlasskontrollen zum Diplomatic Quarter am Westrand der Stadt durchwühlen, wo je nach Lust und Laune der Sicherheitskräfte kontrolliert oder durchgewunken wurde. Denen war nicht immer leicht zu vermitteln, was wir mit einem Haufen Seile und Motorsäge im Botschaftsviertel vorhatten. Wir versuchten, eine Regelmäßigkeit oder Abfolge bei den Kontrollen zu ermitteln mit einigen Selbstversuchen, wie mit Sonnenbrille, Sonnenkappe, auf Englisch, auf Arabisch, Radio an oder aus oder eben linke oder rechte Einfahrt. Die einzige Regelmäßigkeit, die wir entdecken konnten, war, dass die Jungs morgens eher kontrollierten. Aber ab mittags in der Hitze wurde durchgewunken und man blieb lieber nahe bei der Klimaanlage stehen. Einmal drinnen im DQ, war es etwas geordneter und nur Saudi-Arabien „light”.

Der chaotische Verkehr, bei dem zum wichtigsten Ausrüstungsgegenstand eine funktionierende Hupe gehört, hatte einen erheblichen Vorteil. Da man sich ja nicht gut auskannte und öfter mal auf der falschen Spur landete, machte es auch nichts, sich einfach von rechts durch alle vier Spuren durchzuhupen, um links abzubiegen oder einfach an Ort und Stelle zurückzusetzen. Oft genug kam einem auf der eigenen Spur einer entgegen. Generell gerne praktiziert wurde auch, sich an der Ampel rechts vorbei zu quetschen und dann vor allen Wartenden vorbei nach links zu queren. Wer einen Geländewagen besaß, für den waren auch die extra hohen Bordsteinkanten kein Hindernis. Fuhr man europäisch oder mit Abstand, verschärfte sich das Phänomen noch. Denn klebte man nicht an der Stoßstange des Vordermanns, zog immer wieder einer von rechts und links rein. Kurze Anmerkung: Das Frauenfahrverbot wird u. a. damit begründet, man wolle ein Verkehrschaos verhindern! Oder Frauen könnten beim Autofahren ihre Gebärmutter verletzen und Kinder mit gesundheitlichen Problemen zur Welt bringen. Wie man in allen anderen Ländern der Welt ja sieht …

Am Beispiel der zwei uns zugeteilten Bodenmänner „lernten“ wir bald, dass sie, wie auch die meisten anderen Arbeiter in diesem Land, meist unter falschen Versprechungen ins Land gelockt worden waren. Bei der Einreise wurden ihnen die Pässe abgenommen, womit sie ihren Arbeitgebern hoffnungslos ausgeliefert sind. Und dabei werden sie eben nicht gerade gut behandelt und bezahlt. Fast alle körperlichen Arbeiten werden von Millionen Gastarbeitern ausgeführt. Zu denen wir auch gehörten. Man wird ganz klar nach seiner Herkunft in eine Art Rassen-Hierarchie eingeordnet: ganz oben die Saudis und als letztes Arbeiter wie unsere Bangladeschi. Bei Gesprächen hielten die Saudis es für einen Witz, dass in unserer Heimat deutsche Handwerker selbst körperlich auf schmutzigen Baustellen arbeiten würden. Selbst wenn wir in unserer nur leicht verschmutzten Arbeitskleidung in den Straßen unterwegs waren, wurden wir ungläubig beäugt. Streng nach dem Motto: Wer arbeitet, kann nichts wert sein!

Jeden Morgen werden die Arbeiter auf LKWs um 5.00 Uhr in die Stadt gefahren und verteilt. Pünktlich zum Mittagsgebet ist Feierabend. Das sind die normalen Arbeitszeiten an sechs Tagen der Woche – bis auf Freitag, der im Islam vergleichbar mit unserem Sonntag ist. Ein Arbeiter verdient hier im Monat 350 Rial (70 €) plus Unterkunft und Essen. Viele haben diesen Job nur, um an eine Aufenthaltsgenehmigung zu gelangen und verdienen ihr Geld nachts mit Auto putzen oder sonstigen Nebenjobs. Das Problem an der Sache ist, dass sie oft einfach nur todmüde sind und auch gerne mal, wenn man nicht direkt wieder nach ihnen ruft, im Astschnitthaufen einschlafen. Schon am ersten Tag wurden wir von ihnen in Lohnverhandlungen verwickelt, an dem wir aber leider nichts ändern konnten. Auch wenn wir gut verstehen, dass man für den Hungerlohn keinen Bock hat, zu arbeiten. Leider konnten wir hier die Welt nicht verbessern und mussten uns als Gäste mit den Regeln dieses Landes abfinden.

Anfänglich hatten wir unsere Schwierigkeiten, den richtigen Umgang mit den Arbeitern zu finden. Wir wollten nicht zu hart sein, aber zu locker war auch falsch. Schnell wurde man dann in Diskussionen über die Arbeitszeit verwickelt oder einfach ignoriert. Wir fanden einen für alle hoffentlich kollegialen und auch respektvollen Umgang miteinander und konnten die Arbeiten gut im Team ausführen. Interessiert wurde jedes Teil der Ausrüstung inspiziert und gerne wurden unsere Kletterhelme aufgesetzt oder versucht, am Seil hochzuklettern. Ab und zu ließen wir einen der Jungs unter Gejohle und Gelächter der anderen Arbeiter ein wenig durch den Baum klettern. Für die ist es einfach nur verrückt, was wir da machen. So sammelten sich immer alle Arbeiter, die gerade in der Nähe arbeiteten, unter unserem Baum und schauten uns zu. Da war es manchmal recht schwierig, Äste abzusägen, ohne sie zu treffen. Sie aus dem Gefahrenbereich zu schicken, war nahezu unmöglich. Erstens wollte man gucken, und zweitens war es unterm Baum schön schattig. Helme für unsere Bodenmänner zu organisieren, dauerte einige Zeit. Denn Arbeitssicherheit kennt man in Saudi Arabien für körperlich Arbeitende nicht.

Auch die Verständigung zwischen uns und den Arbeitern entwickelte sich im Lauf der Monate immer besser. So herrschte auf der Baustelle ein Mix aus Bangla-Hindi-Englisch-Deutsch. Schon interessant, mit wie wenigen gemeinsamen Wörtern man eine Unterhaltung führen kann. Der Versuch, die arabische Sprache in einem Sprachkurs zu erlernen, scheiterte bei mir an vielen Punkten: z. B. liest man Arabisch von rechts nach links, es gibt ganz andere Buchstaben und Zeichen. Es hat 28 Buchstaben, die aber, je nach Stellung im Wort, unterschiedliche Formen haben. Lange Vokale werden geschrieben. Für kurze Vokale gibt es zusätzliche Vokalzeichen über den Buchstaben, die in der Regel nicht geschrieben werden. A oder U, das ist dann die Frage. Wir waren aber nur mit nicht arabisch sprechenden Arbeitern zusammen, die das von uns zu lernende Hocharabisch weder sprechen noch verstehen konnten. Die paar Brocken Straßen-Arabisch, die wir aufschnappten, brachten unseren Sprachlehrer fast regelmäßig dazu, den Raum schreiend zu verlassen. Das alles waren Gründe, die meine Lust am Arabisch-Lernen schwinden ließen.

Eine unserer Baustellen, ein etwas größerer eukalyptusbaum und zwei kleinere Albizzien, war wegen ihres Standortes neben der US-Botschaft etwas komplizierter als der sonst eh schon chaotische Ablauf. 5 Uhr morgens, Einfahrt ins Diplomatic Quarter im Konvoi. Vorne unser Maintenance Manager, dahinter der zuständige Supervisor für das Viertel und zum Schluss Florian und ich. Die erste Stunde verbrachten wir damit, den arabischen Sicherheitskräften vor der Botschaft – deren Vorgesetzte allerdings schon vor einer Woche unsere Pässe und die Info erhalten hatten, dass wir auf die Bäume klettern – zu erklären, was unser Vorhaben sei. Nach einiger Zeit durften wir mit den Arbeiten beginnen. Streng bewacht von Soldaten mit Maschinengewehren und direkt neben einem der kleinen MG-Geschütztürme, die überall im Diplomatic Quarter herumstehen und rund um die Uhr von zwei Soldaten besetzt sind. Der größere Eukalyptus war nicht so problematisch. Wir durften sogar noch ein Foto vom Baum machen – für unseren monatlichen Arbeitsbericht für die verantwortlichen Saudis an ihren großen Schreibtischen. Allerdings dies nur unter Aufsicht und mit dem Rücken zur Botschaft. Die zwei anderen Bäume standen jedoch direkt an der Mauer zum Wohnhaus der US-Botschafter. Also sagten wir gleich zu Beginn, dass wir in ca. einer Stunde weiterarbeiten würden – selbst in Riad genug Zeit, einen Anruf zu tätigen. Man versicherte uns, die Sicherheitskräfte vor Ort zu verständigen, inschalla …

Nach einer Pause wollten wir nun die zwei anderen Bäume bearbeiten. Doch der Polizist, der davor im Auto schlief, fand die Idee, dass zwei Kletterer praktisch über dem Botschaftsgarten herumturnen, zunächst gar nicht so prickelnd. Es wurde viel telefoniert und noch mehr Sicherheitskräfte kamen. Nachdem nun endlich der hauptverantwortliche Sicherheitsmann vor Ort war, erlaubte man uns, mit der Arbeit an den Bäumen anzufangen. Doch es gab ein neues Problem: Hatte man auch den amerikanischen Wachleuten hinter der Mauer Bescheid gegeben? Florian und ich wollten nicht in die Bäume klettern – um dann auf Höhe der großen Mauer in den Mündungslauf einer MP zu schauen. Also, was tun? Manchmal ist es so einfach. Wir klingelten und die Amis waren einverstanden. Allerdings durften keine Äste über die Mauer fallen, wir sollten in erster Linie nur den Überhang einkürzen.

Die Situation kennt man ja als Baumpfleger aus Deutschland: Der Nachbar will auf gar keinen Fall, dass Äste in seinen Garten fallen. Nur meistens sind diese Nachbarn nicht bewaffnet … und man schneidet nicht über der Landesgrenze Saudi-Arabien zur USA, die es so sicherlich nur einmal auf der Welt gibt. Doch alles ging gut. Umstellt von vier saudi-arabischen Polizeiwagen und unter den wachsamen Blicken des US-Sicherheitsdienstes auf der anderen Seite der Mauer kletterten wir durch die Bäume. Ab und zu sahen wir, wie sich die Kameras auf uns richteten. Zum Schluss noch mit der Stangensäge die Feinäste aus dem NATO-Draht lesen und ab zum Pool … Ein ganz normaler Arbeitstag im Botschaftsviertel von Riad!

Arbeitssicherheit und Absperrung wurden nicht so groß geschrieben, z. B. bei den Bäumen, die direkt über der Straße einzukürzen waren. Versuchten wir mit ein paar Absperrkegeln, so gut es ging, einen Gefahrenbereich zu markieren, stellte sich einer der Arbeiter an den ersten Kegel und versuchte, der Autowelle mit wedelndem roten Halstuch Herr zu werden. Mehrfach wurden die Kegel im dichten Verkehr über- und umgefahren. Immer wieder mussten die Bodenmänner wegspringen, um sich in Sicherheit zu bringen. Wir versuchten, größere Astabschnitte so hinter den Kegeln zu platzieren, dass die Fahrer beim Überfahren der Kegel wenigstens auch ihre Karre demolierten. Das half ein wenig. Auf einer anderen Baustelle, der King Fahad Road, einer innerstädtischen, sechsspurigen, autobahnähnlichen Straße, mussten einige Kollegen zusammen mit Arbeitern das Lichtraumprofil schneiden. Alles über laufendem Verkehr. Das lief so ab: Ein Arbeiter sägte mit der Stangensäge den Ast an, dann wurde es kurz hektisch und laut, ein zweiter zog kurz vor dem Durchschnitt mit einer anderen Stange daran und in einer kleinen Verkehrslücke und mit viel Gebrüll wurde der Trennschnitt vollzogen und der Ast über den Autos hinweg in den Grünstreifen gezogen. Im nächsten Moment raste dort wieder ein Auto mit 120 Sachen vorbei. Leider kam es dort immer wieder zu schlimmen Unfällen, bei denen Arbeiter überfahren wurden.

Bei meinen Ausflügen am freien Freitag in die Sand- und Steinwüsten lernte man auch eine ganz andere Seite des Landes kennen. Wenn man, wie wir, keinerlei Interesse daran hat, einer öffentlichen Hinrichtung beizuwohnen, wo Verurteilten unter dem Jubel der Menge mit einem Schwert der Kopf vom Körper abgetrennt wird, fuhr man lieber wenige Kilometer aus der lauten Millionenstadt Riad heraus. Schnell war man in unendlichen Sand- und Schotterebenen, großen roten Sanddünen, in riesigen Canyons und an mehreren hundert Meter hohen Abbruchkanten. Weit und breit kein Mensch zu sehen. Immer wieder fuhren wir raus, um riesige Ebenen mit riesigen Sanddünen zu entdecken. Durchaus Spaß hatten wir beim Brettern mit den Geländewagen, Barfuß-Sand-Laufen oder beim Sandboarden – Wintersport auf Arabisch.

An einer Stelle in der Wüste standen wir plötzlich vor einer riesigen, hohen Felswand. Ein gut 40 Meter breiter Tunnel verschwindet dort im Boden. Je weiter man über das Geröllfeld hinabsteigt, umso weniger Müll liegt dort. Denn wo kein Auto hinkommt, da ist auch kein Saudi und deshalb auch kein Müll! Man steigt gute 60 Meter tief in diese Riesenhöhle und steht unten plötzlich vor klarem, angenehm kaltem Wasser. Wenn man im Wasser untertaucht, kann man nur erahnen, dass sich diese Röhre noch ziemlich weit in den Berg hineinziehen muss. Recht unheimlich … Für uns war es außer einer Abkühlung im Wasser aber auch der perfekte Überhang – die Höhlendecke war quasi noch viel interessanter: perfekter Fels über tiefem Wasser, angenehm kühle Temperatur und Schatten. Einfach genial. Wir kletterten und plantschten einige Zeit herum, bis wir wieder zurück in die Realität mussten: heiß, sandig und vermüllt. Bei unserem zweiten Besuch nahmen wir unsere Kletterschuhe mit – um tief unter der Wüste Deepwatersoloing zu betreiben – schon verrückt.

Immer wieder kommt man bei den Ausflügen an privaten Anlagen der Prinzen vorbei. Dort herrscht Luxus und Völlerei bis zum Gehtnichtmehr. Mitten in der Wüste komplette, künstliche Grünanlagen, Rasen, kleine Wälder, Seen, vollklimatisierte Reithallen und Privatzoos. Teilweise wird für die Wasserversorgung bis zu 1.300 Meter tief gebohrt oder das Wasser über viele Kilometer durch Pipelines bis zum Anwesen befördert. Arbeiter halten immer alles bereit, falls der jeweilige Prinz mal vorbeikommt.

Da ich begeisterter Sportkletterer bin, suchte ich den Kontakt zu einer Gruppe internationaler Sportkletterer, die mir auch einige sehr schöne Ecken zum Felsklettern zeigten und mich auf Wüstentrips mitnahmen. U. a. bekletterte ich mit einem Griechen den Faisals Pinacle: eine gute 140 Meter hohe Felsnadel mitten in der Wüste. Wir Sportkletterer waren ein bunter Haufen aus allen Ecken und Religionen der Welt. Ab und zu kamen auch Mädels mit zum Klettern. Verwunderlich, denn ich hatte geglaubt, dass die einzigen Frauen, mit denen wir in unserer Zeit in Arabien reden sollten, die Stewardessen auf dem Hin- und Rückflug wären. Doch abseits von den Straßen oder in den abgesperrten Wohngegenden, den sogenannten Compounds, wo Polizei und Religionspolizei nicht patrouillierten, gab es ein kleines Stück unserer Normalität. Auch für die Frauen selbst, die zwar saudisch waren, aber in den USA studiert hatten und es auch anders kannten. Nach dem Kletterausflug, auf dem Weg zurück zum Parkplatz, versteckten sich die Mädels wieder unter ihren Abayas, wurden von ihren Fahrern abgeholt und verschwanden wieder in einer Parallelwelt.

Nach insgesamt vier Monaten in diesem Land, was teilweise wie ein Aufenthalt auf einem anderen Planeten erschien, ging es wieder zurück nach Hause. Es war ein großes Abenteuer, man hat viel erlebt und einen großen Berg an neuen Erfahrungen gesammelt. Es gab viele Dinge, die einen verwunderten und erstaunen ließen: Es ist ein Land der krassesten Gegensätze. Auf der einen Seite eines der reichsten Länder der Welt, auf der anderen Seite fast 35 % Arbeitslosenquote und Armut bei den vielen Arbeitern. Während des Ölbooms wurden viele ausländische Arbeitskräfte und Ingenieure ins Land geholt, danach wurde es versäumt, eigene Landsleute auszubilden. Auch die Modernisierung und „Verwestlichung“ des Landes kollidiert an vielen Stellen mit der Religion. Teilweise fühlte man sich, als wäre man im Mittelalter, nur eben mit iPhone und 8-Zylinder-Kamelen.

Die meisten Probleme hatte ich persönlich mit dem Gefühl der ständigen Beobachtung. Überall gab es eine große Polizeipräsenz, ständig wurde man angesprochen und „kontrolliert“. Selbst wenn man sich nachmittags mal mit einem Buch in einen der Parks im DQ setzte, wurde man von Polizeipatrouillen angesprochen, was man dort mache. Ständig wurde einem ein großes Misstrauen entgegengebracht. Oft spürte man eine herablassende Überheblichkeit der Saudis.

Plant man einen Arbeitsaufenthalt, sollte man sich auf jeden Fall vorher auch intensiv mit seinem Geschäftspartner auseinandersetzen und sich diesen genau anschauen. Denn dort kann man ganz schnell ziemlich alleine dastehen, und nicht jede vorher genannte Leistung oder Vereinbarung wird dann später auch zutreffen. Die Bürokratie und organisatorischen Dinge sind auch sehr schwer zu verstehen „Bukkra inschallah … – Morgen, so Gott will“ Aber es sind Erfahrungen, die ich nicht missen möchte, doch wird mein nächster Trip nicht wieder nach Saudi-Arabien gehen.

Der Autor: Tom Eckert (E-Mail)
European Treeworker, Ausbilder der Münchner Baumkletterschule, Selbständig im Bereich Baumpflege und Höhenarbeiten im Seil seit 2007

 

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